Die Luffa-Kur

Die Luffa-Kur wird eingesetzt zur Behandlung chronischer Nebenhöhlen-Entzündungen und ihrer Folge-Erkrankungen: Wirbelsäulenbeschwerden, chronische Müdigkeit, Migräne, Ekzeme, Asthma, Heuschnupfen, Haarausfall, Hormonstörungen, Rheumatische Erkrankungen, Arthrosen, Krebs, MS, Herz-Kreislauf-Erkrankungen u.v.m.

Störungen des Abwehrsystems

Da die chronische Nebenhöhlenentzündung zu den wichtigsten Herderkrankungen in unserem Kulturkreis gehört, ist die Luffa-Kur bei allen Störungen des Abwehrsystems angezeigt. Dazu gehören:

allergischen Erkrankungen

  • Asthma
  • Ekzeme
  • Heuschnupfen

rheumatischen Erkrankungen

  • Gelenk-Rheuma
  • Multiple Sklerose
  • Lupus erythematodes
  • Weißfleckenkrankheit
  • best. Formen der Schilddrüsenüberfunktion
  • kreisrunder Haarausfall
  • u.v.m.

Krebserkrankungen

Eine chronische Nebenhöhlenbeherdung tut sich nur selten durch das klassische Zeichen des Schmerzes über den Nebenhöhlen, der sich beim Bücken verstärkt, kund. Gerade die chronischen Formen können sehr symptomarm sein und nur eines der fünf Zeichen zeigen:

  • “Schniefen” (unbemerktes Hochziehen des Schleimes)
  • Räuspern, v.a. morgens
  • Heiserkeit
  • Schwerhörigkeit durch begleitenden Tubenkatarrh
  • sowie ein Fremdkörpergefühl der hinteren Rachenwand, das nicht selten mit dem Begriff “Frosch im  Hals” beschrieben wird.
  • Auch Schnarchen gehört zur Symptomatik der chronischen Nebenhöhlenentzündung. Das zeigt sich daran, dass es nach der Luffa-Kur nicht selten gebessert wird oder gar verschwindet.

Manche Nebenhöhlenentzündungen sind völlig symptomlos und können nur durch die Untersuchung der Akupunkturpunkte entdeckt werden. Die schulmedizinischen Diagnoseverfahren wie Röntgenuntersuchungen und Ultraschalldiagnostik sind völlig ungeeignet, das Heer der chronischen Nebenhöhlenbelastungen zu erfassen. Die Akupunkturdiagnostik ist sicher die derzeit empfindlichste Methodik, um eine Nebenhöhlenentzündung zu diagnostizieren. Auf dieser Basis ergibt sich eine Häufigkeit von ca. 90% aller Patienten in meiner Praxis. Diese Zahl entspricht der Erfahrung anderer Herdtherapeuten.

Die chronische Nebenhöhlenbeherdung spielt aber nicht nur bei Erkrankungen des Immunsystems eine Rolle. Herderkrankungen sind bei jeder chronischen Erkrankung von größter Wichtigkeit. Müdigkeit, Migräne, diffuser Haarausfall, alle chronischen Schmerzzustände, Arthrosen und zeigen eine Beziehung zu verborgenen oder offenbaren Herden. Nicht von ungefähr liegen die häufigsten Arthrosen am Verlauf jener Energiebahnen, die für die Nebenhöhlen verantwortlich sind. Es handelt sich um die Meridianpaare Magen-Milz und Lunge-Dickdarm: Hüfte, Knie und Sprunggelenk; Schulter, Ellbogen, Handgelenk und das Daumensattelgelenk.

Die räumliche Nähe der Keilbeinhöhle zur Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) ist vielleicht der Grund, warum hypophysäre Störungen wie Regelstörungen, Unfruchtbarkeit oder hormonell bedingte Wasseransammlungen (Ödeme) oft überraschend gut auf die Luffa-Kur ansprechen. Auch für das  Faktum, dass sich nicht selten Prostatabeschwerden und Gleichgültigkeit dem "schönen Geschlecht" gegenüber nach einer Luffa-Kur bessern, habe ich keine andere Erklärung als eine günstige Wirkung auf Hypophyse und Hypothalamus, das übergeordnete Hirnzentrum.

Herde spielen auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine wichtige Rolle. Zu diesem Schluss ist die Helsinki-Studie gekommen. Ich erinnere mich eines Falles, der in der akuten Phase einer chronischen Nebenhöhlenentzündung einen Herzinfarkt erlitt. Nach Behandlung der entsprechenden Reflexpunkte waren in diesem Fall sämtliche Herzschmerzen verschwunden. In anderen ähnlichen Situationen ließ sich mit ähnlicher Behandlung kein solches schönes Ergebnis erzielen, so dass dies keinesfalls als Patent-Lösung missverstanden werden darf! Die Medizin ist und bleibt eine Kunst, d.h. ohne Segen gelingt nichts!

So ist es nicht verwunderlich, dass die Luffa-Kur bei meinem Luffa-Lehrer nach einem Vierteljahrhundert Erfahrung nahezu die Stellung eines “Allheilmittels” innehat. Auch in meinem Behandlungskonzept ist es der Luffa-Kur gelungen, nicht den obersten, aber einen sehr ehrenvollen Platz in meinem therapeutischen Arsenal einzunehmen.

Wirkung

Die Luffa-Kur bewirkt die eindrucksvollste Reinigung der Nebenhöhlen, die es derzeit gibt. Sie bedient sich dabei des grundlegenden Regulationsprozesses, nämlich durch reichliche Ausscheidung Erreger loszuwerden. Gleichzeitig aber wird das Immunsystem aktiviert und gezielt auf den Nebenhöhlenherd gerichtet. Die Folge ist eine durch eigene Erreger hervorgerufene grippeähnliche Reinigungsreaktion.

Durchführung

In der Mitte der Therapie stehen die Luffa-Einträufelungen. Ein Absud aus dem Luffa-Schwämmchen wird in regelmäßigen Abständen in die Nase geträufelt. Dies löst eine enorme Sekretion aus. Das Ausmaß der Reinigung kann am leichtesten an der Zahl verschneuzter Taschentücher abgelesen werden: 200-400 pro Woche sind ein ganz durchschnittlicher Verbrauch.

Die Luffa-Einträufelungen werden bei 5 Gelegenheiten je dreimal in ¼- bis ½-stündigem Abstand, insgesamt also 15 mal vorgenommen. Es sind dies Montagmorgen, Montagabend, Dienstagmorgen, Dienstagabend und Mittwochmorgen. In den seltenen Fällen, wo bis zum Mittwochmorgen noch keine ausreichende Reinigung stattgefunden hat, wird die Einträufelung bis Mittwochabend und ev. Donnerstagmorgen fortgesetzt.

Der Wirkstoffgehalt verschiedener Luffa-Schwämme ist starken Schwankungen unterworfen. Dazu mögen die Bodenbeschaffenheit, der Lichteinfall und das Klima eine Rolle spielen. Das hat zur Folge, dass kein festes Rezept angegeben werden kann.

Wer nach einem festen Rezept arbeitet, wird merken, dass die eine Luffa-Lösung kaum etwas bewirkt und die andere brennende Schmerzen hervorruft!

Aus diesem Grund ist es nötig, den gewonnenen Absud jeweils biologisch zu standardisieren. Die einfachste und zugleich überzeugenste Art der Standardisierung ist der Selbstversuch: Der erfahrene Therapeut träufelt sich die Luffa-Lösung vor jeder Therapie in die eigenen Nasenlöcher und beurteilt, ob die Lösung paßt. Sie darf auf keinen Fall schmerzen, aber sollte doch nach 2-3 Minuten Einwirkungszeit einen Nies-Reiz oder zumindest ein Kribbeln im Stirn- oder Scheitelbereich hervorrufen. Ist die Lösung zu dünn, dann wird sie durch nochmaliges Aufkochen “geschärft”. Ist sie zu scharf, dann wird sie entsprechend verdünnt. Einige Luffa-Schwämme waren so aggressiv, dass ich die Lösung zu gleichen Teilen, d.h. auf 50% herunterverdünnen mußte, um eine zumutbare Konzentration zu erhalten!

Aus diesen Ausführungen wird klar, dass sich die Luffa-Therapie nicht zur Selbstbehandlung eignet. Abgesehen von den Schwierigkeiten bei der Dosierung fehlt bei der häuslichen Behandlung jede Begleittherapie. Wenn wirklich die optimale Dosis zur Sekretsteigerung getroffen wird, ist eine Begleittherapie unbedingt erforderlich, sonst handelt es sich um eine Roßkur und nicht um ein humanmedizinisches Verfahren. Durch Akupunktur, Ozon- und Enzym-Therapie, Lymphmassage und Mobilisierung der Wirbelsäule sowie einen ganzen Katalog an “Eigenleistungen” kann die Kur gut verträglich gestaltet werden: Die Patienten werden täglich akupunktiert.

Bei Erwachsenen wird die Akupunkturwirkung durch Injektion zytoplasmatischer Präparate verstärkt. Die Beigabe eines Lokalanästhetikums hebt das krankhaft erniedrigte Membranpotential des Akupunkturpunktes im Sinne der Neuraltherapie auf normales Niveau und als willkommene Nebenwirkung ergibt sich eine schmerzfreie Nadelung. Die Medikamente werden ohne Nadel mit Überdruck in den Akupunkturpunkt eingebracht.

Dieses Verfahren ist in der Kinderheilkunde sehr beliebt, um eine schmerzfreie Blutentnahme zu ermöglichen. Mit Ausnahme der Akupunkturpunkte um die Nase sind demnach Akupunktur und Akuinjektion so gut wie schmerzfrei.

Zur Immunstimulierung erhalten die Erwachsenen täglich eine große Eigenblutbehandlung mit Ozon. Es hat sich gezeigt, dass intravenöses Ozon die Schlagkraft der Natürlichen Killerzellen gegen Tumorzellen verstärkt.[¹] Am Ende einer Ozonbehandlung wird Vitamin C in hohen Dosen infundiert. Dieses Verfahren hat sich zur Milderung von Grippebeschwerden bewährt.

Da bei Kindern das Immunsystem durch die homöopathische Begleittherapie ausreichend stimuliert wird, entfällt bei ihnen die Ozonbehandlung. Statt der Nadelakupunktur wird bei Kindern die Lichtpunktur angewandt. Zur zusätzlichen Reizung werden kleine Kantharidenpflaster auf die Akupunkturpunkte geklebt und solange belassen, bis sich eine deutliche Hautreizung zeigt (1 - 3 Tage).

Durch Einbeziehung der zytoplasmatischen Therapie, Neuraltherapie und Enzymtherapie, sowie durch die abschließende Gabe von hohen Dosen Vitamin C nach der Ozontherapie ist es mir gelungen, die Nebenwirkungen der Luffa-Therapie deutlich zu senken.


[¹]  Thaller A., Eigenblut zur Immuntherapie zwischen alter Erfahrung und moderner Laboranalytik, in Gedeon W., Eigenbluttherapien und andere autologe Verfahren, Heidelberg 1999