Was der Patient als Ergänzung zur ärztlich durchgeführten Luffa-Therapie zuhause tun kann

Die Patienten können die Wirksamkeit der Luffa-Kur durch folgende Maßnahmen entscheidend steigern: Diese Information ist jedoch keine Anleitung zur Eigenbehandlung! Die Therapie gehört in die Hände eines erfahrenen Arztes!

1. Flüssigkeitszufuhr

3 Liter über den Normalverbrauch! Empfehlenswert sind Gemüsesuppen, Absude aus Gemüse oder Körnern (bevorzugt Dinkel), Apfelschalentee oder einfach heißes Wasser. Die reichliche Flüssigkeitszufuhr erleichtert die Giftausscheidung und hilft, das Nasensekret dünnflüssig zu halten. 

2. Nasenatmung

Die Luffalösung schafft in der Regel schon am ersten Tag eine freie Nase.

Wenn dieses Ziel nicht erreicht wird, dann gibt es bei der geringsten Stockung des Sekretflusses einen Katalog von Maßnahmen. Als erstes wird mit Symbioflor-1®-Nasenspray nachgeholfen. Das sind nützliche Darmbakterien, Enterokokken. Zu der Tropfflasche kann ein passender Sprühkopf (von Coldastop®) hinzugekauft werden.

Im Unterschied zu herkömmlichen Nasentropfen, die die Schleim-Absonderung unterdrücken, fördern die Enterokokken sie. Symbioflor-1® kann unbedenklich in jeder Menge und über einen längeren Zeitraum zur “Befreiung” der Nase eingesetzt werden. Die Flüssigkeit darf auch im Gegensatz zur Luffa-Lösung hochgezogen und verschluckt werden, denn sie ätzt nicht und fördert das Abwehrsystem aller Schleimhäute, der Nase wie des Darmes.

Sollte trotz “reichlichen Duschens”, Hochziehens und Schneuzens des “Spülmittels” Symbioflor-1® keine vollständige Befreiung der Nase erreicht werden, ist die nächste Maßnahme ein Kopfdampf. Wir halten den Kopf über einen Topf mit heißem Wasser, evtl. mit etwas Kamille versetzt, und atmen den Dampf durch die Nase. Über Kopf und Topf werfen wir ein Handtuch. Es muß nicht unbedingt der ganze Kopf bedampft werden. Man kann mit dem Handtuch auch einen Schlauch formen und so den Dampf zur Nase führen.

Die dritte Maßnahme wäre, die Nase mit Meersalz in steigender Konzentration zu spülen. Wir beginnen mit der “Ostsee” und steigern bis zum “Mittelmeer”, bzw. “Atlantik”. Der Atlantik hat eine Salzkonzentration von 3%. Zu diesem Zweck verwenden wir eine gesättigte Salzlösung und verdünnen sie 1:10, fügen also 9 Teile Wasser hinzu. Auf diese Weise wird die Konzentration auf 2,7% erniedrigt.

Rhinomer® ist ein Präparat, das in der Apotheke gekauft werden kann. Seine Konzentration beträgt 0,9%. Das Badesalz aus dem Toten Meer ist ebenso gut und kann jederzeit auf die wirksame Konzentration eingestellt werden. Noch einfacher ist das “innere Meer”, der Eigenurin. Der Morgenurin ist besonders wirksam. Wenn er zu konzentriert ist, kann er Schmerzen verursachen. Er muss dann entsprechend mit Wasser verdünnt werden.

Arzt und Patient müssen mit allem Nachdruck für freien Durchzug sorgen.

Diese neue Freiheit wird aber von vielen nicht genutzt. Sie atmen durch den Mund, teils aus Eitelkeit, weil das “Schnorcheln” durch den Schleim, der sich bildet, nicht gerade lieblich klingt, teils aus reiner Gewohnheit, weil die Nase oft jahrelang “zu” war! Die Belüftung der Nase ist aber so wichtig wie die Flüssigkeitszufuhr. Durch den Luftstrom wird eine Sogwirkung auf die Nebenhöhlen ausgeübt. Wie der Wind, der über die Dächer streicht und die Dachziegel hebt, so saugt der Atemstrom den Schleim aus den Nebenhöhlen!

Zum zweiten übt die kühle Luft eine Reizwirkung aus. Oft kommt die Absonderung erst dann richtig in Gang, wenn der Patient den Mund zu macht! Da der Erfolg der Luffa-Kur ganz vom Ausmaß der Absonderung abhängt, zwingt eine mangelnde Mitarbeit den Arzt zur Erhöhung der Anzahl und Konzentration der Luffa-Einträufelungen. Das aber stößt nicht selten an die Grenze dessen, was den Schleimhäuten zugemutet werden kann!

3. Einläufe

70% des gesamten Lymphgewebes sind im Darm lokalisiert! Einläufe helfen, die schlech­ten Darmbakterien, die bei einer chronischen Nebenhöhlenentzündung immer anzutreffen sind, zu beseitigen. Bakteriengifte werden leichter ausgeschieden und so wird das Abwehrsystem des Darmes entlastet.

Der Einlauf wird so durchgeführt: Sie kaufen in der Apotheke für ca. 12.- € ein Einlaufgefäß (Irrigator) und hängen es auf dem Abort so hoch an die Wand, wie es die Länge des Schlauches zuläßt. Sie legen sich auf den Boden, am besten in linker Seitenlage, fetten das Mundstück des Schlauches und den Darmausgang mit irgendeiner Salbe oder Creme ein, führen das Mundstück ein und lassen ca. 1 Liter 39° bis 40°C warmen Wassers in ihr Inneres laufen! Die Geschwindigkeit regulieren Sie so, dass kein allzu heftiger Drang zur Entleerung entsteht.

Wenn Sie statt Wasser Kaffee (4 gehäufte Teel. auf 1 Liter Wasser) verwenden, wird der Gallenfluss angeregt und dadurch die Leber entlastet. In der Krebstherapie nach Gerson spielen Kaffee-Einläufe eine zentrale Rolle. Die Einläufe werden dabei mehrmals täglich durchgeführt. Bei der Luffa-Kur mag 1x täglich genügen.

Der Kaffee sollte eine Viertelstunde lang im Darm zurückgehalten werden, bevor die Entleerung erfolgt. Manchmal wird der gesamte Kaffee resorbiert. Um den Darm zu entleeren, muss dann ein zweiter Einlauf mit Wasser erfolgen, bis das gewünschte Ergebnis erreicht wird.

Als Alternative zum Einlauf ist auch ein Trunk mit Glaubersalz möglich. Auf einen ½ Liter Wasser gebe man 1 - 3 gehäufte Teelöffel Glaubersalz. Nimmt man am Abend 1 gehäuften Teelöffel Glaubersalz, dann kommt die Entleerung am nächsten Morgen. Nimmt man dagegen 3 gehäufte Teelöffel, dann kommt die Entleerung meist bereits nach ca. 1 h. Im Einzelfall aber können beträchtliche Abweichungen von dieser Regel vorkommen. Da die Reinigung durch Glaubersalz sowohl Dünn- wie Dickdarm erfaßt, kommt es bei dieser Methode u.U. zu Salzverlusten, die wieder ausgeglichen werden müssen.

Glaubersalz ist höchstens jeden 2. Tag zu empfehlen. Da Kalium ein besonders kritisches Salz bei Durchfällen aller Art ist, empfiehlt es sich, Sina Salz® bei der Speisenzubereitung zu verwenden.

Statt Glaubersalz kann mit Vorteil auch F.X. Passage-Salz® (Fa. Wörwag) verwendet werden. Es handelt sich dabei um weinsaures Magnesium. Ein kleiner Teil davon wird sicher resorbiert. Da Magnesium die Immunität anregt, werden durch diese Maßnahme gleich zwei Fliegen mit einem Schlage getroffen.

4. Fußbäder

Ansteigende Fußbäder von 35 bis 45°C (Schmerzgrenze) regen nicht nur den Blutkreislauf, sondern auch den Energiekreislauf der langen Meridiane des Kopfes an, die in den Zehen endigen: Magen-, Galle- und Blasenmeridian. Sollten bei einer Luffa-Kur Kopfschmerzen auftreten, dann sind ansteigende Fußbäder die erste Maßnahme. Auch außerhalb einer Luffa-Kur empfehlen sich ansteigende Fußbäder zur Linderung von Kopfschmerzen und natürlicher Nebenhöhlenentzündungen. Dauer ca. ½ Stunde.

5. Nasenpflege

Die Naseneingänge müssen vom 1. Tag der Luffa-Kur an mit einer Wundsalbe, z.B. Bepanthen® oder einer Babysalbe geschützt werden.

6. Hochlage

Nachts 2 Kopfkeile und 2 Kopfkissen benützen! In Seitenlage schlafen. Das ätzende Sekret soll nicht nach hinten in den Rachen abfließen. Als Alternative hat sich auch die Halbseiten-Bauchlage bewährt, so wie Bewußtlose gelagert werden.

7. Kutschersitz

Wir Europäer sitzen oft leicht zurückgelehnt. Diese Haltung ist während der Luffa-Kur ganz ungünstig, weil dadurch ein Teil des Sekretes nach hinten in den Rachen tropft und ätzt. Sie sollten während der Luffa-Kur immer etwas nach vorne gebeugt sitzen, etwa wie der Kutscher auf dem Bock.

8. Schneuzen

Nach Luffa-Einträufelung soll 1 Stunde lang nicht geschneuzt werden. Danach dürfen Sie schonlich schneuzen: der Kopf wird dabei auf jene Seite gelegt, die zugehalten wird. Sollen die linken Nebenhöhlen drainiert werden, dann wird der Kopf auf die rechte Seite gelegt und das rechte Nasenloch wird zugehalten. Mit einem sanften Atemstrom wird das Sekret aus dem Nasengang befördert. Keine Orkane!

9. Halswickel

Während der Luffa-Kur ist das Lymphsystem des Halses aufs äußerste belastet. Dies zeigt sich nicht selten in leichten bis mäßigen Halsschmerzen. Durch Halswickel wird das Lymphsys­tem entlastet und die Schmerzen werden gemildert. Bewährt haben sich Quarkwickel: man bestreiche ein feuchtes Tuch mit einer Quarkauflage von etwa Kleinfingerdicke. Der Streifen ist etwa 3 Finger breit und hat die Länge des Halsumfanges. Das bestrichene Tuch wird um den Hals gelegt und mit einer Sicherheitsnadel befestigt. Um das feuchte Tuch wird ein Handtuch gelegt und gleichfalls befestigt. Nach 1-2 Stunden wird der Wickel abgenommen.

10. Gurgeln von Ozonwasser

Gurgeln von Ozonwasser: Halsschmerzen können auch gut von “innen” behandelt werden. Dabei hat sich Ozonwasser bewährt. Es desinfiziert und fördert die Wundheilung. Die Teilnehmer bekommen es von uns in der Praxis. Da es durch UV-Licht rasch zersetzt wird, muß es in braunen Flaschen und am besten im Kühlschrank aufbewahrt werden. Da die meisten Patienten kälteempfindlich sind, sollten Sie den Schluck, den Sie gurgeln, doch vorher kurz auf der Herdplatte anwärmen. Das Gurgelwasser darf ruhig hinuntergeschluckt werden.

Statt Ozonwasser kann auch Sonnenblumenöl verwendet werden. Einige Patienten meinten, dass dies das Ozonwasser an Effektivität sogar überträfe. Teilen Sie mir Ihre Erfahrungen mit!

11. Bauchwickel

Bei Fieber haben sich Bauchwickel bewährt. Man tauche ein Tuch in heißes Wasser, wringe es aus und lege es auf den Bauch. Um das heiße Tuch wird ein Handtuch gelegt und befestigt.

12. Fiebermessen

Die meisten Patienten fühlen sich in den ersten Tagen etwas fröstelig. Viele haben Temperaturen zwischen 37,5° und 38°C. Wenige steigen deutlich über 38°C an. Es ist von großem Vorteil, die Temperaturen exakt zu messen. Grundsätzlich gilt: Je höher die Temperaturen umso besser die Immunstimulierung!

13. Sauna

Mittwoch, Donnerstag und Freitag sind “Saunatage”.

14. Schonung

Das gute Befinden darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Körper eine herkulische Arbeit verrichtet. Es ist eine unnötige Herausforderung, wenn während der Luffa-Woche körperliche Anstrengungen unternommen werden. Die Patienten sind während der Luffa-Woche nur beschränkt arbeitsfähig und werden aus diesem Grund auch krankgeschrieben. Für auswärtige Patienten mit langem Fahrtweg zu meiner Praxis ist es ratsam, sich während der Luffa-Kur in Markt Berolzheim einzuquartieren. Billige Unterkünfte ab € 30,- pro Übernachtung können auf Anfrage vermittelt werden. Es ist sicher sinnvoll, sich einmal ganz ungeteilt der Kur im Naturpark Altmühltal hinzugeben. Einigen Patienten ist dies aus familiären oder beruflichen Gründen nicht möglich. Sie müssen täglich zu Familie und Beruf zurück. Auch das ist oft möglich. Ich habe schon viele Patienten gehabt, die täglich aus Nürnberg oder Ansbach angereist sind.

15. Homöopathische Mittel

Jeder Patient erhält ein individuell ermitteltes homöopathisches Medikament. Während der Luffa-Kur wird dieses Medikament “fraktioniert” gegeben. Man gebe 5 Tropfen oder eine Tablette in ca. ½ Liter Wasser (mit Plastiklöffel umrühren) und trinke alle 15 bis 30 Minuten einen Schluck daraus, lasse ihn etwa eine ½ Minute im Mund, durchspüle damit alle Schlupfwinkel der Mundhöhle und schlucke ihn dann hinunter.

Mit dem Ende der Luffa-Kur hört auch die “fraktionierte Gabe” auf. Man geht dann zur üblichen Dosierung, z.B. 1x täglich eine D12 oder 3x täglich eine D6 direkt auf die Zunge,  zurück, andernfalls würden sich leicht Symptome der Überdosierung ergeben.

Wegen der Reflexbeziehung der Nebenhöhlen und des lymphatischen Gewebes zur Wirbelsäule wird am 4. oder 5. Tag die Wirbelsäule mobilisiert. Das Lymphödem wird durch eine dreimalige Lymphmas­sage behandelt.

Bis alle therapeutischen Maßnahmen durchgeführt worden sind, vergehen in der Regel 2 Stunden. Die Luffa-Kur wird, wie alle Ausscheidungsvorgänge, am günstigsten bei abnehmendem Mond durchgeführt. Eine Woche im Monat ist also in meiner Praxis der Luffa-Therapie vorbehalten.

Die eigentliche Kur beginnt am Montag und endigt am Freitag.