Worterklärungen

Abschilfern
Von der Zelloberfläche werden Moleküle ähnlich abgeschilfert wie Schuppen aus dem Haar fallen!

Akuinjektion
Injektion von Arzneimitteln direkt in Akupunkturpunkte

Aminosäuren
Bausteine der Eiweiße. Es gibt insgesamt etwa 20 solche Bausteine, aus denen alle Eiweiße gebildet werden.

Anamnese
Krankengeschichte. „Biographische Anamnese“ heißt eine Krankengeschichte, die bei den Vorfahren beginnt und im Hier und Jetzt endigt.

Antagonismus

Von griechisch antagonistes „Gegner“, entgegengesetzte Wirkung von zwei funktionellen Einheiten. Antagonismus bedeutet also „Gegnerschaft“. In der Immunologie sind Immunität und Toleranz Gegenbegriffe. Immunität gegenüber einem Tumor heißt, dass der Organismus über genug Abwehrkräfte verfügt, um einen Tumor in Schach zu halten oder sogar völlig zu beseitigen. Tumortoleranz dagegen bedeutet, dass er sich „tolerant“ gegenüber dem Tumor verhält, d.h. dass er ihn duldet, ein sehr unerwünschtes Verhalten!

Antigen
Jedes Molekül, das imstande ist, eine Antwort des Abwehrsystems auszulösen;
Meist Eiweißstrukturen mit Anteilen von Fetten und Kohlehydraten, die imstande sind, eine Immunantwort auszulösen.

Antikörper
Körpereigenes Eiweiß, das von B-Lymphozyten gebildet wird. Es bindet ganz spezifisch an ein fremdes Eiweiß und zieht es damit aus dem Verkehr.

Apoptose
Programmierter Zelltod. Er wird durch einen Mechanismus ausgelöst, der in jede Zelle eingebaut ist. Dieser Vernichtungsweg gleicht also dem berühmten Sprengkopf, mit dem im Krieg jede Brücke versehen worden ist, um dem Feind die Verfolgung zu erschweren. Jede Zelle hat also ein Selbsttötungsprogramm.
Dieses Programm kann von der Zelle selber ausgelöst werden. Wenn das Erbgut so schwer geschädigt ist, dass eine Reparatur nicht mehr in Frage kommt, dann tötet sie sich selbst zum Wohle des Gesamtorganismus. Auch Zellen des Abwehrsystems (Natürliche und spezifische Killerzellen) können den Apoptoseweg auslösen. Der ergänzende Begriff zu Apoptose heißt „Nekrose“.

autolog
Spender und Empfänger sind identisch. Die Therapie mit autologen Abwehrzellen heißt, dass die Abwehrzellen dem Patienten entnommen werden, im Labor auf ihre Aufgabe vorbereitet werden und in denselben Patienten wieder injiziert werden. Der Gegenbegriff wäre homolog.

B-Lymphozyten

B steht für lateinisch bursa „Tasche“, eine taschenartige Ausstülpung am Darm des Huhnes. An dieser Stelle befindet sich ein wichtiger Teil des Immunsystems. Beim Huhn reifen hier jene Lymphozyten, die für die Antikörperbildung verantwortlich sind.
Man hat oft gerätselt, was dieser Tasche beim Menschen entspricht. Manche meinten, es sei das Lymphgewebe des Dünndarms, die sog. Peyerschen Plaques.
Die neuere immunologische Forschung verlegt die Reifung der B-Lymphozyten doch eher ins Knochenmark. Dazu passt auch der Buchstabe B, was im englischen bone marrow „Knochenmark“ bedeuten könnte. Die geschichtliche Herleitung aber ist eine andere, wie eben erwähnt.

CD
Cluster of differentiation, d.h. Oberflächenmolekül, das charakteristisch für einen bestimmten Zelltyp und eine bestimmte Aufgabe ist, z.B. ist CD 95 der Todes-Rezeptor. Er empfängt von den Killerzellen das Todessignal, das imstande ist, an den Rezeptor zu binden, eben den FAS-Liganden. Das Wort leitet sich von lateinisch ligare „binden“ ab.

Chelat
Molekül zum Binden von Schwermetallen. Das Wort leitet sich von griechisch chelé „Klaue, Schere“ ab, weil das Molekül das Schwermetall wie eine Schere oder Zange in die Klemme nimmt. Die Bedeutung von Schwermetallen bei Krebserkrankungen gewinnt zunehmend an Aufmerksamkeit. Die wichtigsten giftige Schwermetalle in unseren Breiten sind Arsen, Cadmium, Quecksilber und Blei. Tumorgewebe reichert offenbar nicht selten diese Schwermetalle an. Diese Giftstoffe hemmen das Abwehrsystem, so dass es gut denkbar ist, dass sich der Tumor auch durch diese Gifte vor dem Angriff des Abwehrsystems schützt.

Cimetidin
Ein gebräuchliches Magenschutzmittel, hat sich auch in der Tumortherapie einen Namen gemacht! Es blockiert das Tumor-schickende Histamin.

Colon
Dickdarm

Co-Stimulanzien

Zusätzliche Reizmittel

Cox-2-Hemmer
Cox steht für Cyclooxygenase, eine Enzymgruppe, die am Entzündungsmechanismus beteiligt ist. Davon gibt es zwei Untergruppen: Cox-1- und Cox-2-Hemmer. Während Cox-1 auch bei gesunden Organismen vorkommt, also eine physiologische Funktion hat, vermittelt Cox-2 nur Entzündungsreaktionen, wird also nur im Krankheitsfalle gebildet.
Eine Gruppe von Rheumamitteln hemmt überwiegend die Cyclooxygenase-2. Die Cyclooygenase-2 führt zur Bildung von entzündungsförderndem Prostaglandin. Diese haben Tumor-schützende Funktion. Durch Hemmung der Cyclooxygenase-2 können Tumoren in ihrem Wachstum gehemmt werden.

D
Gefolgt von einer Zahl, z.B. D6, D12 … D steht für "Dezimalpotenz". Damit ist ein Verfahren der Homöopathie gemeint, eine Substanz in Zehner-Schritten (decem = zehn) zu verdünnen und zu verschütteln, d.h. zu potenzieren. 1 ml einer Substanz wird mit 9 ml Lösungsmittel verdünnt und durch 10 kräftige Schüttelschläge „potenziert“.
Für den Schulmediziner stellt sich die „Potenzierung“ als ein magisches Verfahren dar.
Aber es scheint nur so: Prof. Popp konnte zeigen, dass die Photonen-Emission eben an diesen Verschüttelungsvorgang gebunden ist. Auch klinisch zeigt sich  ein deutlicher Unterschied zwischen reiner „Verdünnung“ und „Potenzierung“!

Degeneration

Untergang von Zellen, z.B. aufgrund von „Abnutzung“ oder Giftwirkung.

Dendritische Zellen
Der Name leitet sich von griechisch dendron „Baum“ wegen seiner baumartigen „Fangarme“ ab. Sie gleichen in ihrem Aussehen unregelmäßigen Seesternen, nur dass diese Fangarme in alle Richtungen weisen und nicht nur, wie eine Seestern,  in der Fläche sich ausbreiten. Diese Zellen befinden sich an allen Grenzflächen, also unter der Haut und in den Schleimhäuten. Die Ausläufer berühren sich, so dass diese Dendritischen Zellen ein Netz bilden. Dringt ein Erreger ein, dann wird er mit den Fangarmen aufgenommen und zerlegt. Charakteristische Bruchstücke werden sodann an die Zelloberfläche transportiert als Erkennungszeichen jener spezifischen Killerzellen und Helferzellen, die für dieses Antigen von Geburt an vorgesehen sind. Es kommt zum Kontakt. Während des 20-minütigen Kusses werden Teilungs- und Aktivierungssignale erteilt. Die also aktivierten spezifischen Killerzellen und Helferzellen werden aktiv. Die Killerzellen suchen im gesamten Organismus nach dem „Feind“. Die Helferzellen aktivieren weitere spezifische Killerzellen und können auch zur Antikörper-Bildung beitragen. Die Dendritischen Zellen können aus Monozyten gewonnen werden. Das ist eine Unterabteilung der weißen Blutkörperchen.

DDT

Dichlor-Diphenyl-Trichlormethyl-Methan. Ein sehr berüchtigtes Insektenvernichtungsmittel, an das sich einst die Hoffnung knüpfte, die großen Seuchen Afrikas, wie Malaria und andere durch Insekten übertragene Erkrankungen, endgültig zu besiegen. Müller von der Firma Ciba Geigy hat 1948 dafür den Nobelpreis bekommen.
Heute sehen wir die Sache nüchterner. Die Seuchen sind mitnichten besiegt. Der Stoff reichert sich im Fettgewebe an und hat östrogene Wirkung. Durch seine enorme Halbwertszeit, die Jahrzehnte dauert, kommt es auch bei minimaler Belastung zur fortwährenden Anreicherung. Im Krebsknoten ist 2-3 Mal so viel DDT wie im gesunden Brustgewebe zu finden. Der Stoff steht im Verdacht, Brustkrebs auszulösen und nicht nur das: Es gibt Hinweise, dass auch Depressionen und Schlafstörungen damit zusammenhängen und sogar die Säuglingskolik bei Müttern, die erheblich mit DDT belastet sind. Sie entgiften sich leider über den Göttertrank der Brustmilch. Die Natur war auf diesen Wahnsinn nicht vorbereitet!

Dioxin
Hochgiftige Verbindung, die u.a. bei der Herstellung des Unkrautvernichtungsmittels Trichlorphenoxyessigsäure entsteht. Es ist in Vietnam als „Entlaubungsmittel“ verwendet worden. Es wirkt Krebs-erregend und führt zu Missbildungen.

Effektor-Zellen
Gegenbegriff: Regulator-Zellen. Wir unterscheiden bei den Abwehrzellen zwischen Zellen, die organisatorische Funktion haben von jenen Zellen, die ausführende Funktion haben. Während die Regulatorzellen das Immunsystem entweder zu mehr Aggressivität (Immunität) oder mehr in Richtung Suppression (Toleranz) steuern, obliegt es den Effektor-Zellen, feindliche oder kranke Zellen im Mann-zu-Mann-Kampf zu beseitigen! Die beiden Tötungsmechanismen heißen Apoptose und Nekrose.

Embryo

Leibesfrucht bis zur 12. Schwangerschaftswoche. Danach wir die Leibesfrucht „Fetus“ genannt.

endogen
Gegenbegriff zu exogen. Endogen heißt von innen heraus entstanden, exogen von außen zugeführt!

Epidemiologie
Epidemiologie ist der Wissenschaftszweig, der sich mit der geographischen und zeitlichen Verteilung von Krankheiten in der Bevölkerung befasst.

Epithel

Äußerste Zellschicht von Haut und Schleimhäuten. Sie bekleiden den Magen-Darm-Trakt, die Atmungsorgane, die Brustdrüse und die Urogenitalorgane. Die meisten Krebse gehen von Schleimhäuten aus, sind also „epithelialen Ursprungs“. Sie werden auch Karzinome genannt. Der ergänzende Begriff dazu heißt Sarkome, das sind Krebse, die vom Bindegewebe ausgehen, z.B. Knochenkrebs, Knorpelkrebs u.s.w.

Erfolgversprechen
Dies ist in der Heilkunde verboten. Es bedeutet, dass ich einem konkreten Patienten einen Behandlungserfolg zusichere. Ein Erfolgsversprechen bezieht sich also immer auf einen Einzelfall.
Die Aussage, dass die Dendritischen Zellen in 30 bis 50% ihre Wirksamkeit bewiesen haben in Form von vollständiger oder teilweiser Rückbildung oder auch nur von einem auffälligen Stillstand der Erkrankung über einen gewissen Zeitraum hinweg (stabile Erkrankung), besagt nur, dass sie bei einem Kollektiv, d.h. bei einer größeren Anzahl von Patienten so gewirkt haben.
Leider lässt sich aus dieser statistischen Betrachtungsweise keinerlei Rückschlüsse auf die Wirksamkeit im konkreten Einzelfall schließen! Die Aussage ist also nicht als Erfolgversprechen zu interpretieren! Die Statistik lässt grundsätzlich keine Aussage für den Einzelfall zu!

exogen
Durch Einwirkung von außen entstanden. Gegenbegriff: endogen.

fermentiert

Durch Fermente (Enzyme) zerlegt

Granulozyten

Unter den Leukozyten, den weißen Blutkörperchen, überwiegen die Granulozyten mit 50 – 70%. Sie heißen Granulozyten, weil sie granula, körnchenartige Einschlüsse in ihrem Zytoplasma (Zellsaft) haben. Diese Granula beinhalten aggressive Enzyme, mit denen sie Bakterien töten können. Die Granulozyten gehören dem unspezifischen Immunsystem an. Jede Zelle kann also viele Gegner vernichten.

Gram postitiv/ Gram negativ
Die Welt der Bakterien wird eingeteilt in Gram positive Bakterien, je nachdem, wie sie sich durch einen blauen Farbstoff, der von dem Kopenhagener Arzt Hans Gram entwickelt worden ist, anfärben lassen. Gram positiv sind z.B. Bakterien, die häufig obere Luftwegsinfekte hervorrufen, z.B. Staphylokokken.
Gram negativ sind viele Darmbakterien, z.B. Echerichia coli.

Histamin
Sog. „biogenes Amin“, d.h. ein Stoff mit starker biologischer Wirkung. Es ist aus der Aminosäure Histidin abgeleitet und bewirkt an den Blutgefäßen eine starke Erweiterung, an den Atemwegen eine Verengung (mit Asthma zur Folge) an der Darmmuskulatur eine Kontraktion mit Durchfällen zur Folge. Am Magen wird die Salzsäurebildung stimuliert, am Herzen die Frequenz. Histamin kommt im Pflanzenreich vor (Brennnessel) und im Tierreich Bienengift). Bei Tumorgeschehen fördert es die Toleranz, darum versuchen wir es zu unterdrücken!

Histologie
Lehre von den Geweben des Körpers. Histologisch heißt also feingeweblich. Die feingewebliche Untersuchung geschieht mit dem Mikroskop. Die Diagnose Krebs wird histologisch gestellt, d.h. eine Krebszelle hat unter dem Mikroskop ein ganz charakteristisches Aussehen. Wenn jemand also behauptet, eine Krebserkrankung geheilt zu haben, dann erhebt sich sofort die Frage, wie die Diagnose gestellt worden ist. Wenn keine mikroskopische Untersuchung, d.h. kein histologischer Befund vorliegt, dann ergeben sich Zweifel, ob es überhaupt eine Krebserkrankung war.

homolog

Spender und Empfänger sind nicht identisch. Abwehrzellen werden von einem Verwandten gewonnen und dem Patienten zugeführt.

Immunität
„Abwehrbereitschaft“. Fähigkeit des Abwehsystems, Antigene zu beseitigen.
Wenn ein Organismus immun gegenüber einem Krankheitserreger, z.B. von Wundstarrkrampf, ist, dann heißt das, dass ihm diese Bakterien nichts anhaben können.
In gleicher Weise gilt dies gegenüber Krebszellen. Wir versuchen in der Immuntherapie Tumor-Immunität zu erzeugen. D.h. wir versuchen, das Abwehrsystem zu äußerster Aggression gegenüber dem Tumor zu reizen. Gegenbegriff: Tumor-Toleranz

immunogen
Immunität bewirkend

Immunogenität
Immunogen heißt eine Antwort des Abwehrsystems hervorrufend. Krebszellen sind, weil sie körpereigene Zellen sind, in der Regel wenig immunogen. Viren können ihre Immunogenität erhöhen.

Immunstimulierung
Stärkung der Abwehr. Gegenbegriff: Immunsuppression

Immunsuppression
Unterdrückung der Abwehr

Immuntherapie

Behandlung, die auf das Abwehrsystem einwirkt. Die meisten biologischen Krebstherapien wirken auf das Abwehrsystem, nur wenige direkt auf den Krebs. Eine Ausnahme sind die onkolytischen Viren, die sowohl auf das Abwehrsystem wirken, wie direkt auf den Krebs. Auch innerhalb der Schulmedizin gewinnen zunehmend Immuntherapien an Bedeutung.  Wir unterscheiden zelluläre Immuntherapien von humoralen Immuntherapien, d.h. Immuntherapien, die sich löslicher Eiweiße bedienen (humoral kommt von lateinisch humor, die Flüssigkeit. Das Wort humor geht zurück auf die Säftelehre, wonach die Stimmungen durch schlechte Säfte-Gemische  verursacht werden). Die zelluläre Immuntherapie stützt sich auf Dendritische Zellen und Natürliche Killerzellen, die humorale auf Antikörper und Zytokine, d.h. Botenstofe, die wiederum Abwehrzellen beinflussen.

Influenza-Virus
Grippe-Virus, ein Virus mit sehr mutationsfreudiger Erbsubstanz. Dies führt dazu, dass es laufend sein Aussehen und auch seine Gefährlichkeit ändern kann: von einer harmlosen Grippe bis zu tödlichen Verläufen. Die Änderung seines Aussehens führt dazu, dass es sich der Überwachung des Abwehrsystems entzieht. Die Gedächtniszellen einer bereits durchgemachten Grippe schützen dann nicht mehr vor dem neuen Grippe-Virus.
Von diesem Influenza-Virus gibt es 3 Typen: A, B, C. Nur die Viren des Typs A verursachen bei Mensch und Tier, v.a. bei Pferden und Vögeln, aber auch beim Schwein, die Grippe. Berüchtigt geworden ist die Vogelgrippe als mögliche Bedrohung des Menschen. Neuerdings macht die Schweinegrippe Schlagzeilen. Immer wieder wird das Gespenst einer großen, die ganze Welt betreffenden, verheerenden Seuche ähnlich der Pest des Mittelalters, an die Wand gemalt.
Solche Szenarien haben eine gewisse wissenschaftliche Grundlage. Sie sind aber sehr unwahrscheinlich und dienen in erster Linie der Presse für einen apokalyptischen Zündstoff! Mit unseren Newcastle-Viren haben diese Influenza-Viren in ihren wesentlichen klinischen Merkmalen nicht das Geringste gemeinsam:
Die Newcastle-Viren sind reine tiermedizinische Viren. Mit einer gesunden menschlichen Zelle können sie nichts anfangen. Sie sind in der Humanmedizin unbekannt. Die Influenza-Viren dagegen befallen Tier und Mensch gleichermaßen.
Ein weiterer wichtiger Unterschied ist die Stabilität der Erbsubstanz (des genetischen Codes): Während die Influenza-Viren auf „Teufel-komm-raus“ mutieren, ist der genetische Code der Newcastle-Viren stabil!

interventionell
Meist in der Zusammensetzung „interventionelle Radiologie“. Während eine herkömmliche Radiologie nur mit Diagnostik beschäftigt ist, wird die interventionelle Radiologie zur Therapie verwendet. Das Wort kommt von lateinisch intervenio „einschreiten, sich einmischen“. Geläufige Maßnahmen der interventionellen Radiologie sind neben der erwähnten regionalen Chemotherapie die Öffnung verschlossener Blutgefäße durch einen aufblasbaren Ballon und evtl. das Einsetzen eines sog. Stents, d.h. einer Prothese, die sich selber ausdehnt (englisch to stent – sich ausdehnen) und damit ein verschlossenes Gefäß wieder durchgängig macht.
Intraarterielle Portsysteme werden also zum Teil von interventionellen Radiologen eingesetzt. Bei komplizierteren Lokalisationen, wie der Schlüsselbeinarterie (Arteria subclavia), ist jedoch die Hilfe eines Gefäßchirurgen erforderlich, der mit zarter Hand das Armnervengeflecht beiseite schiebt, das diese Arterie umgibt.

intraperitoneale Gabe
Einbringung eines Heilmittels in den Bauchraum

i.v.
intravenös.

Karzinom

Krebs epithelialen Ursprungs. Ausgangzelle sind also Epithelien, d.h. Zellen, die innere und äußere Körperoberflächen bedecken. Von griechisch επί „auf, oben drauf“ und θηλεĭν „grünen“. Ein Epithel ist also ein Gewebe, das ganz oben drauf an den Grenzflächen nach innen und außen, d.h. auf der Haut und an den Schleimhäuten, wächst. Die Krebsarten, die von diesem Gewebe ausgehen, werden Karzinome genannt, im Unterschied zu Krebsarten, die vom Bindegewebe ausgehen und „Sarkome“ genannt werden.

Katheter

Ein Katheter ist ein Schlauch, der in ein Gefäß oder einen Hohlraum „Blase, Rippenfell, Darm u.s.w. eingeführt ist. Er wird entweder über eine natürliche Öffnung, z.B. über die Harnröhre in die Blase geführt, oder aber er durchbohrt die Haut, z.B. der berühmte Herz-Katheter. Das diesseitige Ende des Katheters liegt also außerhalb des Körpers, die Spitze des Katheters dagegen am Zielort, in unserem Fall in den Blutgefäßen, und zwar sowohl in einer Arterie, die den Tumor versorgt, wie im Venensystem, bevorzugt im rechten Vorhof des Herzens, um bequem eine übliche Infusionstherapie durchführen zu können. Bei einer Infusionstherapie, die sich über viele Wochen hinzieht, ist es ratsam, ein Portsystem zu wählen.

Killerzellen
Von englisch to kill „töten“. Killerzellen sind eine Unterabteilung der weißen Blutzellen. Sie gehören der Klasse der Lymphozyten an. Wir unterscheiden die Natürlichen Killerzellen von den spezifischen Killerzellen. Der Unterschied liegt darin, dass die Natürlichen Killerzellen nicht fixiert auf einen bestimmten Gegner sind. Sie können also viele Gegner vernichten, z.B. sämtliche mit Viren infizierten Körperzellen und sämtliche Tumoren.
Die spezifischen Killerzellen dagegen sind absolute Spezialisten: Sie können nur einen einzigen Feind erkennen und beseitigen, z.B. eine Brustkrebszelle. Mit einer Darmkrebszelle könnte diese Zelle schon nichts mehr Vernünftiges anfangen!

Klon
Von griechisch klõn „Zweig, Spross“. Alle Zellen, die sich durch Teilung aus derselben Zelle entwickeln. Sie haben die gleiche Erbsubstanz. Wenn sich die Erbsubstanz ändert (Mutation von lateinisch mutare „ändern, sich verändern“), dann entsteht eben ein neuer Klon.

Leukapherese
Aufwendige apparative Methode, um aus dem Blut nur bestimmte Zellelemente zu sammeln, den Rest aber wieder zurückzuführen.
Im Zusammenhang mit der Dendritischen Zelltherapie werden jene Zellelemente, die für die Immuntherapie wichtig sind und eine ähnliche Dichte haben, d.h. die Monozyten und Lymphozyten,  gesammelt. Dabei wird die doppelte bis dreifache Blutmenge durch das Leukapherese-Gerät im Laufe von 4 Stunden geführt.
Das Ergebnis ist 200 – 250 ml Blutflüssigkeit mit bis zu 1 Milliarde Zellelementen Monozyten und einigen Milliarden Lymphozyten gesammelt. Aus den Monozyten werden die Dendritischen Zellen, aus den Lymphozyten die Natürlichen Killerzellen gewonnen.

lokal
Bei einer lokalen Therapie wird das Medikament direkt in den Tumor gespritzt.

Makrophagen
Fresszellen von griechisch phago „fressen“ und makrós „lang, groß, weit“. Es handelt sich um große Zellen, die imstande sind, fremde Zellen und Moleküle zu fressen, um sie dadurch zu beseitigen oder auch, um sie dem spezifischen Immunsystem zu präsentieren, mit dem Befehl seinerseits tätig zu werden!

Mamma

Weibliche Brust

MHC-Moleküle

MHC steht für major histocompatibility complex, d.h. Gewebeverträglichkeitskomplex. Es sind Moleküle, die für ein bestimmtes Individuum spezifisch sind. Fremde Zellen werden auf diese Weise erkannt und abgestoßen.

Morbus Crohn
Chronisch entzündliche Erkrankung, die den gesamten Margen-Darm-Trakt befallen kann, meist jedoch nur Dünn- und Dickdarm. In vielen Fällen schwer von der Ulzerösen Kolitis zu unterscheiden. Ein wichtiges Merkmal ist die Ausbildung von entzündlichen Knötchen (Granulomen), die eine gewisse Ähnlichkeit mit der Tuberkulose haben. Das Wort Tuberkulose rührt von tuberculum “kleiner Höcker“ her. Es gibt Hinweise, dass Morbus Crohn durch atypische Tuberkelbakterien ausgelöst wird. In Europa und Australien werden Studien durchgeführt, um durch Kombinationen von Tuberkulose-Medikamenten Morbus Crohn zu heilen.

Mutation
Von lateinisch mutare „ändern, sich ändern“. Gemeint ist die Veränderung der Erbsubstanz. Bekannte Ursachen sind physikalischer und chemischer Art. Zu den physikalischen Ursachen gehören radioaktive Strahlung, Röntgenstrahlung, kosmische Strahlung. Zu den chemischen Ursachen gehören krebserregende Substanzen (Karzinogene) wie Formaldehyd und Anilinverbindungen (d.h. gewisse synthetische Farbstoffe).

multizentrisch
Eine multizentrische Studie ist eine Studie, die an vielen Zentren durchgeführt wird, d.h. an vielen Krankenhäusern gleichzeitig. Dadurch wird eine größere „Objektivität“ ermöglicht.

Nekrose

Zelltod durch Einwirkung „von außen“: z.B. durch Hitze, durch Infektionen, durch Unterbrechung der Blutversorgung, durch Gifte oder auch im Zusammenhang mit einer Immuntherapie durch „Abschuss“ mit Hilfe eines „Pfeils“, d.h. eines röhrenförmigen Eiweißes, das von Killerzellen gebildet wird.
Durch dieses Rohr treten Eiweiße aus und es strömt Flüssigkeit ein. Die Zelle platzt.

Onkolyse

Dieses Wort besteht aus zwei Teilen, aus griechisch onkos „Geschwulst“ und lysis „Auflösung“, d.h. Zerstörung von Tumorzellen, Geschwulst auflösend.

onkolytisch
Die Auflösung von Tumoren bewirkend

Onkolytische Viren
Viren, die imstande sind, sich in Tumorzellen so zu vermehren, dass auch ihre Nachkommen Krebszellen infizieren können.

onkotrop
Onkotrope Viren sind Viren, die an Tumorzellen andocken und sich bevorzugt in ihnen vermehren

Orthomolekulare Therapie
Therapie mit Nahrungsmitteln: Vitaminen, Spurenelementen (z.B. Selen) und sog. sekundären Pflanzestoffen wie Wirkstoffe aus Shiitake-Pilz, Gelbwurz, Leinsamen, Krallendorn, Grüntee, Pollen, Propolis, Gelee royale, Colostrum (Biestmilch), Knoblauch (Allicin) u.v.a.m.

Parvo-Viren

Von lateinisch parvus „klein“, Familie der kleinsten DNS-Viren. Sie verursacht beim Menschen die harmlose Erkrankung der Ringelröteln (Erythema infectiosum).
Unter den Parvo-Viren unterscheiden wir autonome Parvo-Viren, die sich selbstständig in fremden Zellen vermehren können und solche, die auf die Mithilfe anderer Viren, z.B. Adeno-Viren angewiesen sind, um sich überhaupt vermehren zu können.
Am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg wird ein Ratten-Parvo-Virus klinisch an Hirntumoren und an Bauchspeicheldrüsenkrebs getestet.
Nach meiner Erfahrung ist die Fähigkeit, Krebszellen aufzulösen, beim Parvo-Virus deutlich geringer ausgeprägt als beim Newcastle-Virus. Einige Verläufe legen jedoch nahe, dass die Parvo-Viren gute „Wegbereiter“ für Newcastle-Viren sind, d.h. eine Vorbehandlung mit Parvo-Viren erleichtert es den Newcastle-Viren, Tumorzellen zu vernichten. Die klinische Erfahrung ist jedoch auf wenige Anwendungsbeobachtungen begrenzt, so dass noch keine verallgemeinernden Schlüsse daraus zu ziehen sind! Aber: Jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt! Mehr kann ich als praktischer Arzt nicht leisten!

PCB
Polychlorierte Biphenyle, ein technischer Stoff der zum Kühlen und Isolieren und als Weichmacher verwendet wurde. Dieser Stoff reichert sich ebenso wie DDT im Fettgewebe an und hat die Fähigkeit, Krebs auszulösen.

peripher

Fern vom Zentrum. Eine periphere Vene ist also eine Vene, die das Blut aus der Peripherie, d.h. aus dem gesamten Körper dem Herzen zuführt.
Injektion in einer periphere Vene heißt ganz einfach Injektion in eine Armvene.

phylogenetisch
Entwicklungsgeschichtlich, die ganze Menschheit betreffend. Ergänzender Begriff: ontogenetisch, die Entwicklung des einzelnen Individuums betreffend.

Phytotherapie

Pflanzenheilkunde

Placebo

Scheinmedikament von lateinisch placet „es gefällt“.

Placebo-kontrolliert

Die Wirksamkeit eines Medikamentes wird im Vergleich mit einem Scheinmedikament dokumentiert.

Plasma-Zellen
Sie entwickeln sich aus den B-Lymphozyten, um Antikörper zu bilden.

Polymerase-Kettenreaktion

Gentechnisches Verfahren, um Erbsubstanz auch in kleinsten Mengen nachzuweisen und zu charakterisieren. Erbsubstanz hat grundsätzlich die Fähigkeit, sich zu vermehren. Dies wird nun nicht mehr der Natur überlassen, sondern im Labor durchgeführt. Die beiden verzwirnten Fäden, in denen die Erbinformation vorliegt, werden zunächst in Einzelstränge aufgespleißt. Jeder dieser Einzelstränge bekommt dann einen neuen Ergänzungsstrang, so dass nach dem ersten Zyklus aus zwei Strängen vier geworden sind. Diese Prozedur wird wiederholt, bis nach überschaubarer Zeit eine riesige Menge Erbsubstanz entstanden ist, so groß, dass nun der genetische Code in einem kommerziellen Sequenziergerät entschlüsselt werden kann.
Das Verfahren ist in der Kriminalistik etabliert, um im Grenzfall eine einzige Zelle auf einem Zigarettenstummel nachweisen und identifizieren zu können.
Das Verfahren wird auch in der Molekularonkologie verwendet, um einzelne Krebszellen im Blut nachzuweisen.

Port-à-cath

Ein Katheter mit einer Port-Kammer, die unter der Haupt platziert ist.
Siehe Port-Systeme.

Port-Systeme (Port-à-cath-System)

Während ein herkömmlicher Katheter die Haut durchbohrt, ist bei einem Port-à-cath-System der Eingang zum Schlauch unter die Haut verpflanzt. Der Patient kann also ohne weiteres baden und duschen, ohne dass eine Infektionsgefahr besteht. Die Portkammer ist unter der Haut tastbar, wie etwa ein Knopf. Sie ist mit einem Kunststoffkorken verschlossen. Spezielle Portnadeln sind vorzuziehen. Sie haben die Eigenschaft, dass sie kein Loch stanzen wie eine normale Nadel, sondern das Gewebe, das sie durchbohren, nur zur Seite drängen. Auf diese Weise lassen sich beliebig viele Injektionen wiederholen, ohne dass dieser Korken durchlöchert wird und leckt. Zum Abschluss der Injektion muss das Portsystem mit einem gerinnungshemmenden Stoff, wie Heparin oder Citrat „blockiert“ werden, damit es nicht durch Blutgerinnsel verstopft wird.
Ein Problem solcher Port-Systeme war früher die Infektionsgefahr. Durch das häufige Anstechen sind nicht selten aus der Haut Bakterien in die Portkammer verschleppt worden. Die Folge war die berüchtigte Portinfektion mit Fieberschüben, die von Bakterien an der Katheterspitze ausgegangen sind.
Dies führte leider oft zur Port-Entfernung. Ein neuer Port musste gesetzt werden. Anitbiotika-Kuren waren of unvermeidlich. Seitdem wir die Portsysteme mit einem Gemisch aus Taurolidin und Heparin blockieren, sind die Portinfektionen von einem Drittel auf nahezu Null gesenkt worden.

Primärarzt

Gegenbegriff: Facharzt. Alte Bezeichnung: Hausarzt oder Allgemeinarzt. Es ist der Arzt, der dem Patienten zur Seite steht. Er hat wenig Interesse, irgendwelche Apparate am Patienten zu amortisieren. Er ist Tag und Nacht für den Patienten erreichbar. Er steht ihm bei. Diese wichtigste aller ärztlichen Aufgaben wird leider überhaupt nicht in gebührendem Maße honoriert!
Das ist vielleicht der wichtigste Grund, dass das Gesundheitssystem nicht mehr bezahlbar wird!
Neuere Anstrengungen zielen darauf hin, den Primärarzt völlig zu beseitigen. Er wird ausgehungert. Pro Quartal und Patient bekommt er nur noch 9 Minuten bezahlt! Alles, was darüber hinausgeht, spendet der gute Hausarzt aus grenzenloser Nächstenliebe!
Wie er damit seine Angestellten bezahlen kann, bleibt ein  Rätsel.

prospektiv

Wörtlich „vorausschauend, in die Zukunft gerichtet“.  Gegenbegriff: Retrospektiv. Bei retrospektiven Studien wird das Datenmaterial im Nachhinein rückblickend gesichtet. Die Behandlung ist also bereits abgeschlossen.
Bei prospektiven Studien dagegen beginnt die Studie mit der Behandlung. Das Ergebnis ist also noch offen.
In der Wissenschaft haben prospektive Studien einen ungleich höheren Rang als retrospektive.

Pulsoxymetrie
Messung des Sauerstoffgehaltes im arteriellen Blut. Transkutane (unblutige) Messung der arteriellen prozentualen Sauerstoffsättigung des Hämoglobins z.B. am Ohrläppchen.

Pyrogen
Fieber erzeugendes Mittel, z.B. Zellwand-Bestandteile von Bakterien. Von griechisch pyr "Feuer".

randomisiert

Bei randomisierten Studien werden nach dem Zufallsprinzip zwei Gruppen gebildet, eine die den Wirkstoff erhält und eine andere, die nur zum Vergleich dient. Sie bekommt entweder gar nichts oder ein Scheinmedikament (Placebo).

regional
Bei der regionalen Chemotherapie wird das Mittel in das zuführende Gefäß, d.h. in eine Arterie injiziert.

Regulator-Zellen
Neuer Begriff für „Suppressor-Zellen“. Das Abwehrsystem ist ein gefährliches System. Es muss die Unterscheidung zwischen „Aggression“ und „Suppression“ zwischen „Immunität“ und „Toleranz“ beherrschen! Die sog. T-regulatorischen Zellen schaffen Toleranz. Im Krebsgeschehen sind sie sehr berüchtigt, in der Rheumatologie wären sie wünschenswert!

Rezeptor

Ein Rezeptor ist ein Molekül auf der Zelloberfläche, das imstande ist, Signalstoffe zu binden.

Rheumatologie

Lehre von den „rheumatischen“ Erkrankungen. Das sind jene Erkrankungen, die durch das eigene Abwehrsystem bedingt sind: Das Abwehrsystem toleriert den eigenen Körper nicht mehr, sondern bildet Antikörper und spezifische Killerzellen gegen eigenes Gewebe aus!
Ursache dieser mangelnden Selbsttoleranz sind vermutlich chronische Virusinfekte und das vergebliche Bemühen des Abwehrsystems, die befallenen Zellen wirksam zu beseitigen. Die Folge sind chronische Entzündungen, z.B. gegen die Gelenke (Gelenkrheumatismus), Haut (Weißfleckenkrankheit), Schilddrüse (Hashimoto), Darm (Morbus Crohn und ulzeröse Kolitis), Isolierschicht der Nervenzellen (Multiple Sklerose) usw.

Spezifische Immunabwehr

Immunzellen, die nur eine einzige Aufgabe erledigen können, nämlich z.B. eine Brustkrebszelle anzugreifen. Für andere Krebszellen, Bakterien oder Viren ist diese Zelle nicht zuständig. Sie ist also hochspezialisiert. Gegenbegriff: Unspezifisches Immunsystem

Spirometrie

Atemstoßtest. Der Patient holt tief Luft und atmet mit höchster Geschwindigkeit in einen Schlauch, der zu einem Gerät führt und den zeitlichen Verlauf seiner Ausatmungsluft registriert. Dadurch werden zwei Größen erfasst:

  1. Die forcierte Vitalkapazität, d.h. dasjenige Volumen, das der Patient nach maximaler Einatmung ausatmen kann.
  2. Die Sekundenkapazität, d.h. jenes Volumen, das der Patient während der ersten Sekunde ausatmen kann.

Im Falle von Asthma ist in erster Linie die Sekundenkapazität erniedrigt, d.h. die Kurve ist abgeflacht, während das gesamte Volumen durchaus normal sein kann. In diesem Fall sprechen wir von einer obstruktiven Lungenerkrankung.
Als Folgezustand einer chronischen Raucherbronchitis gehen viele Lungenbläschen unter und schließen sich zu größeren Lungenblasen zusammen. Die Folge ist die sog. „Blählunge“ (Lungenemphysem). Sie zeigt sich durch eine Einschränkung der forcierten Vitalkapazität. In diesem Fall sprechen wir von einer restriktiven Lungenerkrankung.

Stress-Proteine
Wenn eine Zelle in Not kommt, sei es durch außergewöhnliche Wärme, Kälte oder Hunger, bildet sie als Überlebensstrategie bestimmte Eiweiße, die auch Stressproteine genannt werden.
Größere Berühmtheit haben die sog. Hitzeschockproteine (HSP), z.B. das HSP70 erlangt. Sie wurden bevorzugt auf Krebszellen gebildet und locken die Abwehrzellen an.
Ein anderes Stressprotein ist das Ezrin. Es ist imstande, die Entzündungsreaktion herunterzuregulieren. Es hat sich leider gezeigt, dass große Teile der Entzündungsreaktion die Ausbreitung des Tumors fördern! (Gary Stix, Bösartige Entzündungen, Spektrum der Wissenschaft 3/08, S. 30-37)

Synzytien
Riesenzellen mit mehreren Zellkernen, die aus der Verschmelzung mehrerer Zellen entstanden sind.

systemisch

Bei der systemischen Chemotherapie wird das Mittel in die Vene injiziert.
Gegenbegriff: lokal. Eine systemische Therapie ist eine Therapie, die über das venöse Blutsystem dem Körper zugeführt wird.

T-Lymphozyten
T steht für Thymus. Zellen des spezifischen Immunsystems. Zu ihrer Reifung muss sie die Bries-Drüse (Thymus) durchwandern.

Taurolidin
Abkömmling von Taurin, einem Abbauprodukt der Aminosäure Cystein. Es hat starke antibakterielle Eigenschaften und wird seit Jahrzehnten in der Chirurgie zum Auswaschen des Bauchraumes nach Bauchfellentzündungen verwendet. In neuerer Zeit hat sich diese Substanz auch in der Krebstherapie einen Namen gemacht. An der Charite, Berlin laufen Versuche, die krebshemmenden Eigenschaften zu überprüfen. Der enorme Vorteil dieser Substanz ist die große therapeutische Breite, d.h. die wirksame Dosis und die giftige Dosis unterscheiden sich um mehrere Zehnerpotenzen. Das bedeutet, dass es eine sehr gut verträgliche Substanz ist. Resistenzentwicklungen sind auch keine bekannt geworden.

Thymus
Bries-Drüse. Vor dem Herzen, hinter dem Brustbein gelegenes Organ mit wichtiger Funktion innerhalb der spezifischen Immunabwehr. Hier reifen die sog. T-Lymphozyten, d.h. die spezifischen Killerzellen, um eine Immunität gegenüber einer bestimmten Krebsart zu erreichen.

Toleranz

Im immunologischen Sinne bedeutet es Duldung. Diese Duldung ist lebensnotwendig gegenüber gesundem Gewebe, aber verheerend gegenüber krankem Gewebe z.B. Krebszellen! Gegenbegriff: Immunität

tolerogen
Toleranz bewirkend

transkutan
Durch die Haut hindurch. Bei der transkutanen Pulsoxymetrie (s.o.) wird ein Lichtstrahl durch die Haut geschickt. Die Haut wird also nicht verletzt.

Transplantationsantigene
Das sind jene Erkennungsmerkmale auf jeder Zelloberfläche, die „Ich“ von „Du“ unterscheiden, d.h. meine Nierenzelle von jeder anderen Nierenzelle. Es ist gleichsam der Personalausweis um „fremd“ von „eigen“ zu unterscheiden!

Tumorlast
Gesamtmenge an Tumorzellen in einem Patienten. Die Senkung der Tumorlast bedeutet ganz einfach „Verringerung der Gesamtmenge an Tumorzellen“. Die wirksamste Verringerung ist natürlich die Operation. In wenigen Stunden lassen sich Milliarden bis Billionen von Krebszellen beseitigen. In einem Milliliter sind bis zu eine Milliarde Krebszellen enthalten. Chemotherapie, Bestrahlung und Viren sind weitere Maßnahmen, die Tumorlast zu senken.

Tumormarker

Eiweiße, die von der Tumorzelle abgeschilfert werden und im Blut messbar sind. Ein bekannter Tumormarker ist das CEA (Carcinoembryonales Antigen), ein Eiweiß, das sowohl im Krebs, wie im embryonalen Gewebe vorkommt.
Ein weiterer Tumormarker ist das PSA, das Prostata-spezifische Antigen, das auf Krebszellen, leider aber auch auf gesunden Prostata-Zellen vorkommt, so dass im Graubereich von 4 – 20 ng/ml die Interpretation etwas Schwierigkeiten bereitet.
Bei der Interpretation des Tumormarker-Verlaufes ergibt sich die Schwierigkeit, zwischen einem fortschreitenden Krebsgeschehen und einem massenhaften Untergang zu unterschieden. Beide führen zu einem Anstieg der Tumormarker.
Zwei Dinge unterscheiden die beiden Zustände:

  1. Das klinische Befinden des Patienten.
    Bei Fortschreiten des Tumors geht es dem Patienten in der Regel schlecht.
  2. Beim Absterben der Tumormarker ist das Befinden zwiespältig: Bei mäßigem Absterben geht es dem Patienten gut. Bei massenhaftem Absterben geht es dem Patienten doch ähnlich schlecht wie bei Fortschreiten des Tumorgeschehens.

Den Ausschlag gibt der Verlauf auf längere Sicht. Ein Fortschreiten des Tumorgeschehens führt zu ständigem Anstieg der Tumormarker, eine Tumorzellen-Zerstörung nur zu einem vorübergehenden Anstieg. In wenigen Wochen muss sich der ersehnte Abfall des Tumormarkers ereignen. In der Regel geschieht dies im Laufe eines Monats. Ich habe aber auch schon Verläufe gesehen, wo sich der ersehnte Abfall erst nach 3 Monaten ereignet hat, zu einem Zeitpunkt also, wo ich schon keine Hoffnung mehr hatte!
Bei der Interpretation der Tumormarker ist noch eines zu bedenken: Die Tumormarker sind immerhin auch noch ein Zeichen der Differenzierung. Der Krebs bekennt Farbe. Er zeigt, von welchem Gewebe er seinen Ursprung nimmt. Die völlig entarteten Krebszellen bilden gar keine Tumormarker mehr!
Ein Krebs ist nicht homogen, d.h. er besteht aus verschiedenartigen Zellen. Das Spektrum reicht von äußerster Bösartigkeit bis hin zu verhältnismäßig kultiviertem Benehmen. Da sich die Viren bevorzugt auf völlig entarteten Zellen vermehren, erhalten die kultivierteren Zellen einen ökologischen Vorteil. Auch aus diesem Grunde kann es zu einem längeren PSA-Anstieg kommen, obschon die Therapie insgesamt erfolgreich verläuft. Das Befinden des Patienten gibt in diesem Fall die sicherste Auskunft, um Erfolg und Misserfolg der Therapie zu unterschätzen!

Ulzeröse Kolitis
Chronisch entzündliche Erkrankung des Dickdarms (Colon) oft mit Schleimhautdefekten einhergehend (Ulcus = Geschwür).

Unspezifische Immunabwehr
Zum unspezifischen Immunsystem gehören die Granulozyten und Fresszellen (Makrophagen und Natürliche Killerzellen). Alle Zellen dieses Systems können viele Aufgaben erledigen. Sie sind nicht fixiert auf einen einzigen Gegner. Es ist das entwicklungsgeschichtlich alte Abwehsystem.

UVB-Therapie
Bestrahlung des Blutes

Verlaufsparameter 
Der Verlauf einer Tumorerkrankung wird durch zwei Messgrößen verfolgt:

  1. durch bildgebende Verfahren, die einen Aufschluss über die Größe des Tumors geben: Ultraschall, Röntgen, Kernspintomogramm, Szintigraphie
  2. durch die sog. Tumormarker

Vorhof
Das Herz hat zwei Kammern, eine linke Herzkammer und eine rechte Herzkammer. Vor jeder Kammer ist ein sog. Vorhof geschaltet, also eine kleine Herzkammer, die das Blut sammelt, bevor es in die eigentliche Kammer befördert wird.

Zytostatikum


„Zellgift“. Das Wort leitet sich von griechisch kýtos „Höhlung, Bauch“ ab. Nach Erfindung des Mikroskops wurde es für das Phänomen der Zelle verwendet: Der zweite Wortteil kommt von griechisch stasis mit der Bedeutung „Stillstand, Stauung“. Ein Zytostatikum ist ein chemischer Stoff, der die Zelle an der Teilung hindert.

Zytostase
Stillstand des Zellwachstums

zytotoxisch

Gewebeschädigend. Die zytotoxischen Lymphozyten z.B. vermögen Zellen zu töten, sie sind also zytotoxisch.